Die Selbstmedikationstheorie der Sucht

Inhaltsverzeichnis:

Anonim

Die Selbstmedikationstheorie der Sucht basiert auf der Idee, dass Menschen Substanzen wie Alkohol und Drogen oder die Auswirkungen anderer Suchtverhalten wie Essen oder Glücksspiel nicht verwenden, um Euphorie zu suchen, sondern um Dysphorie zu lindern oder ein unangenehmes Gefühl zu ändern Gefühlslage. Die Selbstmedikationstheorie bezieht sich normalerweise auf Störungen des Substanzgebrauchs, kann aber auch auf nicht-substanzielle oder verhaltensbezogene Süchte angewendet werden.

Die Selbstmedikationshypothese

Die Selbstmedikations-Hypothese tauchte in den 1980er Jahren in medizinischen Fachzeitschriften auf, als Kliniker bemerkten, dass Menschen, die von Heroin abhängig waren, die Droge verwendeten, um mit verschiedenen Arten von zugrunde liegendem Leiden wie Wut und Einsamkeit fertig zu werden.

Die Selbstmedikationstheorie legt nahe, dass sich der Konsum als eine Möglichkeit entwickelt, mit bestimmten Arten von emotionalem Schmerz umzugehen, wenn angemessene Lösungen und sinnvolle soziale Beziehungen fehlen.

Die Theorie besagt, dass verschriebene Medikamente bei einigen Erkrankungen, wie chronischen Schmerzen, unzureichend oder problematisch sein können. Infolgedessen behandeln Menschen, die Marihuana konsumieren und unter chronischen Schmerzen leiden, einfach nur Selbstmedikation. Dies hat zu einem erhöhten Interesse und einer erhöhten Verfügbarkeit von medizinischem Marihuana zur Behandlung bestimmter Erkrankungen geführt.

Antworten

Die Selbstmedikationstheorie wird bei Suchtkranken und Fachkräften, die sie behandeln, immer beliebter. Es gibt jedoch einige, die eine harte Linie in Bezug auf Süchte verfolgen und glauben, dass die Selbstmedikationstheorie eine Entschuldigung für unverantwortliches Verhalten ist.

Viele Mediziner finden es sinnvoll, Menschen von Substanzen und Verhaltensweisen, von denen sie abhängig sind und die die Probleme verursachen, auf verschreibungspflichtige Medikamente umzustellen, die das zugrunde liegende Problem sicherer und direkter angehen. Depressionen können zum Beispiel oft erfolgreich mit Antidepressiva und Änderungen des Lebensstils wie Bewegung behandelt werden, was die Person möglicherweise von der Suche nach emotionalem Trost durch ihre Stimmungssymptome in ihrer Sucht befreit.

Die Theorie ist mitfühlend gegenüber Menschen mit Sucht, insbesondere Menschen, die illegale Drogen konsumieren. Es deutet darauf hin, dass Drogenkonsum oft ein Versuch ist, schmerzhafte innere Zustände zu ändern, die oft nicht durch medizinische Optionen behandelt werden.

Die Selbstmedikationstheorie informiert auch hilfreich den therapeutischen Prozess. Es kann ein Modell bieten, das Mediziner, Psychiater und Suchtexperten mit dem gemeinsamen Ziel vereint, den zugrunde liegenden Leidensdruck, der die Sucht schürt, anzugehen.

Einige argumentieren jedoch, dass die Theorie illegale Drogenkonsumenten von einem Teil der Verantwortung für ihre Probleme befreien kann. Eine andere Haltung gegen die Selbstmedikationstheorie ist, dass die Theorie den Drogenkonsum und Medikamente im Allgemeinen als eine Möglichkeit zur Lösung emotionaler Probleme legitimiert, indem sie argumentiert, dass Menschen mit Suchterkrankungen sich selbst behandeln. Viele Menschen, die den Prozess der Abstinenz durchlaufen haben, haben das Gefühl, dass jeder Drogenkonsum, einschließlich Medikamente, es den Menschen ermöglicht, sich nicht mit psychologischen Problemen zu befassen, und die Verleugnung verstärkt.

Gleichzeitig verstärkt die Selbstmedikationstheorie das Krankheitsmodell der Sucht. Sie birgt die Gefahr, das komplexe Thema Sucht, das viele psychologische und soziale Faktoren miteinbezieht, auf die reine Physiologie zu vereinfachen.

Die Zukunft der Selbstmedikationstheorie

Immer mehr Menschen gehen mit ihrer Sucht an die Öffentlichkeit. Sucht und ihre Behandlung werden nicht mehr unter den Teppich gekehrt, und diese Themen sind sogar Gegenstand von Reality-Shows wie "Intervention". Viele Prominente und sogar Politiker haben den Drogenkonsum in der Vergangenheit zugegeben.

Angesichts des größeren sozialen Wandels und der Offenheit gegenüber Drogenkonsum und Süchten wird die Gesellschaft mitfühlender gegenüber Suchtkranken. Die Drogenlegalisierungsbewegung und die Bewegung für medizinisches Marihuana, die beide immer mehr zum Mainstream geworden sind, unterstützen die Selbstmedikationstheorie. Die Theorie wird wahrscheinlich eine wichtige Rolle in aktuellen und zukünftigen Suchtkonzepten spielen.