Die Affektheuristik und Entscheidungsfindung

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Anonim

Die Affektheuristik ist eine Art mentaler Abkürzung, bei der Menschen Entscheidungen treffen, die stark von ihren aktuellen Emotionen beeinflusst werden. Im Wesentlichen spielt Ihr Affekt (ein psychologischer Begriff für emotionale Reaktion) eine entscheidende Rolle bei Ihren Entscheidungen und Entscheidungen.

Es ist vielleicht nicht so überraschend zu erfahren, dass Ihre Emotionen alle Arten von Entscheidungen beeinflussen, sowohl große als auch kleine. Schließlich wissen Sie vielleicht bereits, dass Sie eher Risiken eingehen oder neue Dinge ausprobieren, wenn Sie glücklich sind , aber es ist weniger wahrscheinlich, dass Sie auf eine Gliedmaße gehen, wenn Sie sich bedrückt fühlen. Wenn Sie bei einer schwierigen Entscheidung schon einmal mit Ihrem "Bauchgefühl" gegangen sind, verlassen Sie sich wahrscheinlich auf die Affektheuristik.

In der Psychologie ist eine Heuristik eine mentale Abkürzung, die es Menschen ermöglicht, schnell und effizient Entscheidungen zu treffen. In diesem Fall ist es die Art und Weise, wie Sie einen bestimmten Reiz empfinden (Ihr Affekt), der Ihre Entscheidungen beeinflusst.

Wie es funktioniert

Ihre Gefühle bezüglich der relativen "Güte" oder "Schlechte" einer bestimmten Person, eines Objekts oder einer bestimmten Aktivität beeinflussen die Entscheidungen, die Sie letztendlich treffen.

Wie viel von Ihren Emotionen könnten Ihre Entscheidungsfindung beeinflussen und welche Auswirkungen könnten sie auf Ihr Leben haben?

  • Forscher haben herausgefunden, dass Sie, wenn Sie sich in einem positiven emotionalen Zustand befinden, eine Aktivität eher als mit hohem Nutzen und geringem Risiko wahrnehmen.
  • Wenn Ihr emotionaler Zustand hingegen negativ ist, neigen Sie eher dazu, die Aktivität als wenig Nutzen und hohes Risiko zu sehen.

Beispiel

Stellen Sie sich eine Situation vor, in der zwei Kinder in einem örtlichen Park ankommen, um zu spielen. Ein Kind hat viel Zeit beim Schaukeln im Nachbarhaus verbracht und hat daher nur positive Gefühle, wenn es die Schaukel im Park sieht. Er trifft sofort die Entscheidung, dass die Schaukeln Spaß machen (hoher Nutzen, geringes Risiko) und rennt, um auf den Schaukeln zu spielen.

Das andere Kind hingegen hatte kürzlich ein negatives Erlebnis beim Schaukeln im Haus eines Freundes. Als er die Schaukeln im Park sieht, greift er auf diese jüngste negative Erinnerung zurück und entscheidet, dass die Schaukeln eine schlechte Wahl sind (geringer Nutzen, hohes Risiko).

Auswirkung der Affektheuristik

Ähnlich wie andere Heuristiken hat die Affektheuristik ihre Vor- und Nachteile. Während solche mentalen Abkürzungen es Menschen ermöglichen, schnelle und oft einigermaßen genaue Entscheidungen zu treffen, können sie auch zu einer schlechten Entscheidungsfindung führen.

Überlegen Sie, wie Werbung manchmal ungesunde Aktivitäten wie Rauchen oder das Essen ungesunder Lebensmittel sowohl positiv als auch ansprechend erscheinen lässt. Diese Anzeigen können manchmal die Emotionen der Verbraucher beeinflussen, was zu schlechten Gesundheitsentscheidungen und riskanten Verhaltensweisen führen kann, die schwerwiegende langfristige Folgen haben können.

Eine 1978 durchgeführte Studie von Fischhoff et al. spielte eine wichtige Rolle bei der Untersuchung der Affektheuristik. Die Forscher fanden heraus, dass die Beurteilung von Nutzen und Risiken negativ korreliert war – je größer der wahrgenommene Nutzen, desto geringer das wahrgenommene Risiko.

Gleichzeitig gilt: Je riskanter Verhaltensweisen erscheinen, desto geringer waren die wahrgenommenen Vorteile. Bestimmte Verhaltensweisen wie Alkoholkonsum und Rauchen wurden als risikoreich und nutzbringend angesehen, während andere Dinge wie Antibiotika und Impfstoffe als risikoreich und risikoarm angesehen wurden.

Forscher haben auch herausgefunden, dass Emotionen auch die Urteile von Menschen über statistische Informationen beeinflussen können. In einer Studie wurden Klinikern Rückfallraten vorgelegt, die entweder als Wahrscheinlichkeiten (z. B. 30 %) oder Häufigkeiten (z. B. 30 von 100) angegeben wurden.

Die Kliniker bewerteten Patienten mit psychischer Gesundheit als ein höheres Risiko, wenn die Zahlen als Häufigkeiten und nicht als Wahrscheinlichkeiten angegeben wurden. Warum? Forscher vermuten, dass die Darstellung der Daten als Häufigkeiten zu extremeren Urteilen seitens der Kliniker führt, da sie ein mentales Bild der Person erzeugen, die in ihr altes Verhalten zurückfällt

Ein Wort von Verywell

Offensichtlich kann die Affektheuristik einen starken Einfluss auf große und kleine Entscheidungen haben. Was können Sie also tun, um zu verhindern, dass Emotionen zu einer schlechten Entscheidungsfindung beitragen? Es kann hilfreich sein, sich einfach des Phänomens bewusst zu sein. Vielleicht können Sie in Zukunft objektivere und klarere Entscheidungen treffen, wenn Sie sich Ihrer Neigung bewusst sind, sich von Ihren Gefühlen und Emotionen beeinflussen zu lassen.

Untersuchungen haben auch ergeben, dass das Sprechen mit sich selbst in der dritten Person eine wirksame Form der Selbstkontrolle sein kann. Wenn Sie das nächste Mal in einem emotionalen Moment eine Entscheidung treffen müssen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um in der dritten Person still mit sich selbst zu sprechen. Es kann Ihnen helfen, ruhig, gesammelt und besonnen zu bleiben, eine Strategie, die schlechte Entscheidungen in der Hitze des Gefechts verhindert.