Die Angst vor lauten Geräuschen oder Ligyrophobie

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Anonim

Ligyrophobie, manchmal auch als Phonophobie bekannt, ist die Angst vor lauten Geräuschen. Die Angst tritt am häufigsten bei kleinen Kindern auf, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Manche Menschen fürchten sich nur vor sehr plötzlichen lauten Geräuschen, andere fürchten anhaltenden Lärm. Dies kann Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, sich in sozialen Umgebungen wohl zu fühlen, in denen Sie sich in einer Menschenmenge befinden, wie beispielsweise Partys, Konzerte und andere Veranstaltungen.

Bei kleinen Kindern

Häufige Ängste sind ein normaler Bestandteil des Erwachsenwerdens, und viele kleine Kinder zeigen zahlreiche kurzlebige Ängste. Laute Geräusche können wie alle überraschenden Reize bereits bei sehr kleinen Säuglingen Reaktionen auslösen. Für die meisten Kinder sind diese Ängste jedoch mild und vorübergehend.

Kinder sind jedoch genauso in der Lage wie Erwachsene, tiefsitzende Phobien zu entwickeln, die sie während ihrer gesamten Kindheit begleiten. Einige Phobien können genetisch bedingt sein, während sie bei anderen auf Lebenserfahrungen zurückzuführen sind.

Wenn die Angst eines Kindes länger als sechs Monate anhält oder wenn die Angst nicht leicht zu lindern ist, ist es wichtig, sich von einem qualifizierten Psychologen behandeln zu lassen.

Bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen und älteren Kindern kann die Angst vor lauten Geräuschen bestenfalls peinlich und schlimmstenfalls lebensbegrenzend sein. Diese Angst darf nicht über Freunde, Familie oder Ärzte gesprochen oder offenbart werden.

Erwachsene können es schwierig finden, in lauten Büroumgebungen zu arbeiten, auf stark befahrenen Autobahnen zu fahren oder sogar in überfüllten Restaurants oder Bars Kontakte zu knüpfen. Kinder können Schwierigkeiten haben, im Unterricht aufmerksam zu sein, an Mannschaftssportarten teilzunehmen oder Zeit mit Freunden in einer lauten Umgebung zu verbringen.

Manche Menschen mit dieser Angst haben es besonders schwer einzuschlafen, da Außengeräusche beim Liegen in einem dunklen, ruhigen Raum verstärkt werden können.

Andere Störungen

Eine verringerte Geräuschtoleranz weist manchmal auf einen anderen Zustand hin. Hyperakusis und Misophonie sind physiologische Störungen, die eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit verursachen.

Obwohl sie von selbst auftreten können, sind diese Störungen manchmal mit Erkrankungen von der Autismus-Spektrum-Störung bis zur Menière-Krankheit verbunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Ihren Hausarzt zu konsultieren.

Eine einfache Lärmphobie ist leicht zu behandeln, aber wenn gleichzeitige Störungen vorliegen, sollten alle Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden. Ihr Arzt kann mit einem Psychiater zusammenarbeiten, um Ihre Beschwerden richtig zu behandeln.

Behandlung

Die Behandlung kann je nach Schwere Ihrer Angst und dem Grad der sozialen Interaktion, an der Sie alleine erfolgreich teilnehmen können, variieren.

Die Behandlung kann eine Expositionstherapie umfassen, die Sie in eine Umgebung versetzt, die Ihre Angst auf kontrollierte Weise hervorruft. Auch eine Gesprächstherapie kann hilfreich sein, d. h. eine Beratung mit einem Psychologen über die Auslöser, Ängste und Ursprünge Ihrer Angst, um Ihnen zu helfen, Ihre Angst vor lauten Geräuschen rationaler zu behandeln.

Es gibt zahlreiche Selbsthilfetechniken, die Muskelentspannung, Selbsthilfegruppen und Hypnotherapie sowie Meditation, positive Selbstgespräche und andere Möglichkeiten zur Verbesserung Ihrer Reaktion auf laute Geräusche umfassen können.

Eine andere praktische Möglichkeit, Ihre Angst zu lindern, besteht darin, den Geräuschpegel in Ihrem unmittelbaren Raum so gut wie möglich zu kontrollieren. Indem Sie andere über Ihre Angst informieren, können Sie möglicherweise ein glückliches Medium finden, das andere möglicherweise nicht so sehr beeinflusst, wie es Ihnen helfen würde.