Wenn Sie einen Angehörigen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) haben, kann eine Familientherapie eine hilfreiche Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsplänen sein. Es ist üblich, dass Familienmitglieder von Menschen mit psychischen Problemen sich von den Symptomen ihrer Angehörigen überwältigt fühlen und oft Hilfe benötigen, um zu verstehen, wie sie damit umgehen können. Durch die Einbeziehung des gesamten Haushalts in die Therapie kann BPS besser behandelt werden, indem die Familie befähigt wird, effektiver zusammenzuarbeiten.
Die Grundlagen der Familientherapie
Die Familientherapie unterscheidet sich von der traditionellen Psychotherapie, mit der die meisten Menschen vertraut sind. Bei der Familientherapie arbeitet nicht nur eine Person mit ihrem Therapeuten, sondern der ganze Haushalt mit einem oder zwei Therapeuten zusammen. Diese Behandlungsform umfasst in der Regel die Eltern oder Geschwister, kann aber gegebenenfalls auch erweiterte Gruppen umfassen.
Eine Familientherapie kann eine Option für Sie sein, wenn die Person mit BPS das tägliche Leben Ihrer Familie negativ beeinflusst oder wenn Sie glauben, dass die Handlungen Ihres Haushalts die BPS-Symptome verschlimmern. Manchmal wirken diese beiden Probleme zusammen – die BPS-Symptome beeinträchtigen das Funktionieren der Familie, und eine schlechte Familienfunktion verschlimmert die BPS-Symptome, wodurch ein schmerzhafter Kreislauf entsteht, der die Dinge für alle Beteiligten schwieriger macht.
Funktioniert es?
Die Forschung darüber, wie Familientherapie Menschen mit BPS zugute kommen kann, ist spärlich, aber es ist ein zunehmender Studienbereich mit großem Potenzial. Gruppentherapien mit Haushaltsmitgliedern haben sich bei anderen psychischen Störungen wie bipolaren Störungen oder Depressionen als vorteilhaft erwiesen, sodass die Auswirkungen auf die BPD vielversprechend sind. Eine kleine Anzahl von Studien deutet darauf hin, dass diese Art der Therapie zu besserer Kommunikation, weniger Konflikten und weniger Belastungs- und Schuldgefühlen in BPS-Familien führen kann. Wenn Sie einen Teenager oder ein abhängiges Familienmitglied haben, glauben einige Kliniker, dass dieser Ansatz für sie besonders hilfreich sein kann.
Andere Arten der Behandlung
Neben der Therapie stehen Ihnen und Ihrer Familie weitere Ressourcen zur Verfügung. Family Connections ist ein seriöses Programm, das mit der Familie zusammenarbeitet, ohne die Person mit BPS, damit sie ihre Situation offen besprechen können. In einem 12-wöchigen Programm lernt Ihre Familie BPS, Bewältigungsmechanismen für die Arbeit mit dem BPS-Angehörigen und Fähigkeiten für die Gruppe als Ganzes, um funktionaler zu arbeiten.
Einen Verwandten mit BPS zu haben ist schwierig und kann dazu führen, dass Sie sich hilflos fühlen. der Beitritt zu Programmen wie Family Connections kann Ihnen starke Unterstützung und Ressourcen bieten, die Ihnen bei der Verwaltung helfen.
Sie können mehr über das Family Connections-Programm von der National Education Alliance for Borderline Personality Disorder erfahren.
Neben Family Connections stehen eine Vielzahl ähnlicher Programme zur Verfügung. So bietet beispielsweise die National Alliance for Mental Illness (NAMI) das „Family-to-Family“-Programm an, das Family Connections ähnelt, aber auch Familien bei der Bewältigung anderer schwerer psychischer Erkrankungen unterstützt. Vielleicht finden Sie sogar ein Programm oder eine Selbsthilfegruppe in einem örtlichen Krankenhaus – Sie können versuchen, ihre Website zu durchsuchen oder anrufen, um herauszufinden, ob sie Dienstleistungen für Familien anbieten.
Familientherapie finden
Es ist definitiv nicht einfach, einen Familientherapeuten mit einer Spezialisierung in diesem Bereich für BPS zu finden, aber es wird immer häufiger. Beginnen Sie mit dem aktuellen Therapeuten Ihres Angehörigen und bitten Sie um eine Überweisung an jemanden, der Familientherapie durchführt. Sie können sich auch bei Ihrer Krankenkasse erkundigen, ob sie über Überweisungen verfügt und ob die Kosten für diese Art der Behandlung übernommen werden.
Sie können auch die Empfehlungsseite für Therapeuten der American Association of Marriage and Family Therapy ausprobieren.