Wenn jemand, den Sie kennen, eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) hat, haben Sie vielleicht bemerkt, dass die Symptome dieser Person mit zunehmendem Alter (in den späten 30ern und 40ern) an Häufigkeit und Schwere abzunehmen scheinen. Tatsächlich ist dies ein häufiges Phänomen bei BPS-Patienten und ist zu einem wichtigen Forschungsgegenstand von Angehörigen der Gesundheitsberufe und Psychiatern geworden.
Alter und BPD-Symptome
Während die Forscher nicht genau wissen, warum die BPS-Symptome mit dem Alter abnehmen, haben einige Experten einige mögliche Gründe vorgeschlagen, darunter Burnout, Lernen und Vermeidung von Beziehungen. Diese können sowohl mit biologischen als auch mit Umweltfaktoren in Verbindung gebracht werden.
Ausbrennen
Einige Experten haben spekuliert, dass die BPD-Symptome abnehmen, weil die Symptome auf natürliche Weise „ausbrennen“ oder dass Menschen einfach aus den Symptomen herauswachsen, wenn sie reifen. Insbesondere hat die Forschung gezeigt, dass die Impulsivitätssymptome der BPS mit der Zeit am wahrscheinlichsten abnehmen. Dies stimmt mit der Beobachtung überein, dass ältere Menschen im Allgemeinen weniger impulsiv sind, auch wenn sie keine BPS haben.
Es kann sein, dass mit zunehmendem Alter und Reife der Drang zu impulsivem Verhalten langsam verschwindet, was es uns ermöglicht, maßvollere und rationalere Entscheidungen zu treffen.
So wie das Feiern die ganze Nacht für viele in den Vierzigern und Fünfzigern an Attraktivität verliert, kann auch impulsives oder rücksichtsloses BPD-Verhalten weniger natürlich erscheinen.
Lernen
Andere Experten glauben, dass die BPD-Symptome abnehmen können, da Sie mit zunehmendem Alter lernen, wie Sie Ihre Symptome besser behandeln können. Für manche Menschen kann dieses Lernen das Ergebnis einer intensiven Behandlung sein, aber für andere kann dies das Ergebnis des natürlichen Lernens sein, das sich aus der Bewältigung der Herausforderungen des Lebens ergibt.
Durch Erfahrung und das Ausprobieren verschiedener Behandlungsoptionen und Bewältigungsstrategien können Sie möglicherweise die Schwere der Symptome verringern oder sie behandeln, bevor sie beginnen. Dies ist vergleichbar mit dem Erlernen einer Fertigkeit – mit der Zeit wird es einfacher, sie zu erreichen.
Vermeidung intimer Beziehungen Relationship
Schließlich haben Experten spekuliert, dass die BPS-Symptome abnehmen, weil eine Person mit BPS im Laufe der Zeit lernen kann, Situationen zu vermeiden, die Symptome auslösen. Bei vielen Menschen mit BPS lösen beispielsweise Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen die intensivsten Reaktionen und Symptome aus.
Menschen mit BPS können beginnen, zwischenmenschliche Beziehungen ganz zu vermeiden, um ihre Belastung zu verringern. Dies wurde als "bequem allein" bezeichnet.
Während einige Leute von Erfolgen mit diesem Ansatz berichtet haben, wird er kaum als solide Behandlungsoption angesehen. Vermeidung und ein einsames Leben gelten nicht als gesunde Ansätze für BPS, spielen aber eine Rolle bei der Verringerung der Symptomhäufigkeit.
Andere Theorien
Es ist wichtig anzumerken, dass einige Experten streiten, ob das Alter einer Person oder einfach die Dauer der BPS mit der Abnahme ihrer Symptome zusammenhängt. Mit anderen Worten, ist es das Alter der Person, das ihre Symptome vorhersagt oder wie lange sie schon BPS hat?
Es ist auch wichtig zu verstehen, dass BPS zwar oft als eine Erkrankung im jüngeren Erwachsenenalter angesehen wird, es jedoch eine Gruppe von Menschen gibt, die die Kriterien in einem höheren Alter (40 bis 60 Jahre) erfüllen.
In dieser Studie zeigten ältere Menschen mit BPS eher ein Gefühl der chronischen Leere und ein höheres Maß an sozialer Beeinträchtigung. Sie hatten weniger Impulsivität, Selbstverletzung oder schnelle Stimmungsschwankungen.
Ein Wort von Verywell
Während es einen Zusammenhang zwischen dem Alter und verminderten Symptomen bei BPD zu geben scheint, muss die Forschung die genaue Ursache noch identifizieren. Unabhängig davon, ob es sich um eine natürliche Reifung oder eine Veränderung der Gehirnchemie im Laufe der Zeit handelt, Wissenschaftler suchen weiterhin nach dem Zusammenhang, da er in Zukunft einen erheblichen Einfluss auf die Diagnose und Behandlung von Menschen mit BPS haben könnte. Wenn es tatsächlich zu einer Veränderung der Gehirnchemie kommt, könnte dies bedeuten, dass potenzielle Medikamente diesen Effekt nachahmen und die Symptome lindern können.