Wie sich der Konstruktivismus auf das Verständnis von Phobien bezieht

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Anonim

Konstruktivismus ist eine Art von Lerntheorie, die menschliches Lernen als einen aktiven Versuch erklärt, Bedeutung in der Welt um uns herum zu konstruieren. Konstruktivisten glauben, dass Lernen aktiver und selbstgesteuerter ist, als es der Behaviorismus oder die kognitive Theorie postulieren würden.

Der Konstruktivismus unterteilt das Lernen in zwei Arten: Akkommodation und Assimilation. Der Fokus liegt auf dem Wunsch und der Fähigkeit des Einzelnen zu lernen, und der Lehrer oder Therapeut ist nur da, um selbstgesteuertes Lernen zu unterstützen.

Die Idee des Konstruktivismus wurde auf viele akademische Disziplinen angewendet. Am stärksten mit dem Verständnis der Phobie verbunden sind die Konzepte des kognitiven und sozialen Konstruktivismus.

Kognitiver Konstruktivismus

Der Psychologe Jean Piaget wird für die Entwicklung der kognitiv-konstruktivistischen Theorie anerkannt. Es besteht aus zwei Hauptteilen, die als Alter und Stadien bezeichnet werden. Die Alterskomponente prognostiziert die Fähigkeit von Kindern, bestimmte Dinge zu verstehen oder nicht zu verstehen. Die Stufenkomponente postuliert, dass Menschen Informationen nicht sofort verstehen und nutzen können, sondern ihr Wissen durch Erfahrung aufbauen müssen.

Diese Theorie widerspricht direkt dem Bildungsmodell, das die meisten öffentlichen Schulen in den USA zur Wissensvermittlung verwenden. Wo Lehrer erwarten, dass die Schüler die gegebenen Informationen auswendig lernen, nachdem sie sie kurz geübt haben, anstatt ihr eigenes Interesse an etwas zu entdecken und es dann zu erleben. In einem Piaget'schen Klassenzimmer wird der Lehrer eher als Vermittler der Lernerfahrung des Schülers angesehen.

Sozialer Konstruktivismus

Der Sozialkonstruktivismus ist eine Variante des kognitiven Konstruktivismus, die vom Psychologen Lev Vygotsky entwickelt wurde. Er glaubte an das kognitive Modell, behauptete aber, dass nicht nur der Lernprozess wichtig sei, sondern „der Prozess, durch den Lernende in eine Wissensgemeinschaft integriert wurden“.

Er sah, dass Lernen eine soziale Interaktion zwischen Menschen erfordert. Damit war der Sozialkonstruktivismus geboren. Sowohl der kognitive als auch der soziale Konstruktivismus betrachten Wissen als aktiv konstruiert.

Die soziale Konstruktion von Angststörungen

Angstanfälle einschließlich Phobien zu erleben, ist einfach ein Teil des Menschseins. Die gemeldeten Angstzustände sind jedoch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs alarmierend gestiegen. Heute, im 21. Jahrhundert, gehören Angststörungen weltweit zu den häufigsten psychischen Problemen.

Phobien sind eine Angststörung und einige Kliniker glauben, dass das soziale Konstrukt unserer modernen Gesellschaft mit ihrem schnellen Tempo und ihren hohen Anforderungen zu diesem Anstieg der Angststörungen beigetragen hat und weiterhin beiträgt.

Noch mehr Beweise deuten darauf hin, dass laut einem in der veröffentlichten Artikel Kanadisches Journal für Psychiatrie, ist der Anstieg auf die in unserer Gesellschaft vorherrschende Überzeugung zurückzuführen, "dass angstbedingte Symptome eine sozial und medizinisch legitime Antwort auf das Leben in der Moderne sind".