Müller-Lyer-Illusion: Optische Täuschungen in der Psychologie Psycho

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Anonim

Die Müller-Lyer-Illusion ist eine bekannte optische Täuschung, bei der zwei Linien gleicher Länge unterschiedlich lang erscheinen. Die Illusion wurde erstmals 1889 von einem deutschen Psychologen namens Franz Carl Muller-Lyer geschaffen.

Was siehst du?

Welche Linie erscheint in der oberen Hälfte des obigen Bildes am längsten? Für die meisten Menschen erscheint die Linie mit den nach außen ragenden Flossen des Pfeils (die Mittellinie) am längsten, während die Linie mit den nach innen gerichteten Pfeilflossen kürzer erscheint. Während Ihre Augen Ihnen vielleicht sagen, dass die Linie in der Mitte die längste ist, sind die Schäfte beider Linien genau gleich lang, wie in der unteren Hälfte des Bildes gezeigt.

Wie andere optische Täuschungen ist die Müller-Lyer-Täuschung im Laufe der Jahre Gegenstand eines beträchtlichen Interesses in der Psychologie geworden. Zur Erklärung des Phänomens sind verschiedene Theorien entstanden.

Wie die Müller-Lyer-Illusion funktioniert

Optische Täuschungen können Spaß machen und interessant sein. Sie dienen aber auch als wichtiges Werkzeug für die Forschenden. Wenn wir uns ansehen, wie wir diese Illusionen wahrnehmen, können wir mehr über die Funktionsweise des Gehirns und des Wahrnehmungsprozesses erfahren. Allerdings sind sich Experten nicht immer einig, was optische Täuschungen genau verursacht, wie es bei der Müller-Lyer-Täuschung der Fall ist.

Erklärung zur Größenkonstanz

Laut dem Psychologen Richard Gregory entsteht diese Illusion aufgrund einer falschen Anwendung der Größenkonstanzskalierung. In den meisten Fällen ermöglicht uns die Größenkonstanz, Objekte unter Berücksichtigung der Entfernung stabil wahrzunehmen.

In der dreidimensionalen Welt ermöglicht uns dieses Prinzip, eine große Person als groß wahrzunehmen, egal ob sie neben uns oder in der Ferne steht. Wenn wir dasselbe Prinzip auf zweidimensionale Objekte anwenden, so Gregory, können Fehler auftreten.

Andere Forscher behaupten, dass Gregorys Erklärung diese Illusion nicht ausreichend erklärt. Zum Beispiel verwenden andere Versionen der Muller-Lyer-Illusion zwei Kreise am Ende des Schafts. Obwohl es keine Tiefenhinweise gibt, tritt die Illusion dennoch auf. Es wurde auch gezeigt, dass die Illusion sogar beim Betrachten von dreidimensionalen Objekten auftreten kann.

Die Tiefenschärfe-Erklärung

Die Tiefe spielt eine wichtige Rolle bei unserer Fähigkeit, Entfernungen einzuschätzen. Eine Erklärung für die Muller-Lyer-Illusion ist, dass unser Gehirn die Tiefen der beiden Schächte basierend auf Tiefenhinweisen wahrnimmt. Wenn die Flossen nach innen zum Schacht der Leitung zeigen, nehmen wir sie als abfallend wahr, ähnlich einer Gebäudeecke. Dieser Tiefenhinweis führt uns dazu, dass diese Linie weiter entfernt und daher kürzer ist.

Wenn die Flossen von der Linie weg nach außen zeigen, sieht es eher aus wie eine zum Betrachter geneigte Raumecke. Dieser Tiefenhinweis lässt uns glauben, dass diese Linie näher und daher länger ist.

Erklärung der widersprüchlichen Cues

Eine von R. H. Day vorgeschlagene alternative Erklärung legt nahe, dass die Muller-Lyer-Illusion aufgrund von widersprüchlichen Hinweisen auftritt. Unsere Fähigkeit, die Länge der Linien wahrzunehmen, hängt von der tatsächlichen Länge der Linie selbst und der Gesamtlänge der Figur ab. Da die Gesamtlänge einer Figur länger ist als die Länge der Linien selbst, verursacht dies die Linie mit die nach außen gerichteten Flossen sind länger zu sehen.

Forscher der University of London vermuten, dass die Illusion zeigt, wie das Gehirn reflexartig Informationen über Länge und Größe vor allem anderen beurteilt.

„Viele visuelle Illusionen könnten so effektiv sein, weil sie die reflexartige Verarbeitung von Informationen durch das menschliche Gehirn erschließen. Wenn eine Illusion auf diese Weise Aufmerksamkeit erregen kann, dann deutet dies darauf hin, dass das Gehirn diese visuellen Hinweise schnell und unbewusst verarbeitet Illusionen repräsentieren das, was unser Gehirn gerne sieht", erklärt der Forscher Dr. Michael Proulx.